Donnerstag, 15.15 Uhr: Julia Hille – „Den Wald vor lauter Bäumen …“ – systemischer Umgang mit Sichtweisen
Jede Aussage einer Person ist von ihrer Perspektive und ihrer inneren Logik geprägt. Der Blick auf die Sicht der Anderen, nach ihren Deutungen und Meinungen lässt uns erst erkennen, dass dasselbe auch anders beschrieben werden kann. Die Perspektive der Anderen erweitert einerseits unseren Blick und bereichert unser Erleben. Andererseits kann sie anstrengend, missverständlich und verwirrend sein. Im Vortrag werden Ideen konstruiert, wie die Komplexität der vielen Sichtweisen im Rahmen der Sozialen Arbeit nützlich bzw. erträglich sein kann.

Donnerstag, 18.30 Uhr: Jennifer Sonntag – Wie wahr ist Ihre Wahrnehmung?
Darf ich Ihnen als Blinde von meinen Sichtweisen erzählen? Als Sozialpädagogin war ich 16 Jahre lang Mittlerin zwischen den Wahrnehmungswelten blinder und sehender Menschen. In meinen Büchern lade ich stets zu einem Sinneswandel ein. Innerhalb meiner „SonntagsFragen“ beim MDR-Fernsehen treffe ich regelmäßig auf prominente Talkgäste, die ich zum „Augenschließen“ anregen möchte. Als Inklusionsbotschafterin engagiere ich mich für eine vielfältige Gesellschaft, die ganz verschiedene Blickwinkel einschließt.

Freitag, 9.30 Uhr: Maria Nühlen – Magrittes philosophische Irritationen und der systemische Versuch zu sehen
René Magritte setzt sich anhand seiner Bilder, die er als einen Beitrag zum philosohischen Diskurs versteht, mit dem Sehen und Erkennen dieser Welt auseinander. Seine Bilder irritieren, nicht einfach nur als surrealistische Werke, sondern durch seinen Anspruch, eine philosophische Auseinandersetzung des Sehens zu initiieren. Im Vortrag soll es um das systemische Sehen und das malerische Aufdecken im Blick auf diese Welt gehen.

Freitag, 14.00 Uhr: Cornelia Tsirigotis: Migration und Behinderung: Doppelte Belastungen – doppelte Ressourcen?
Die Diagnose: Ihr Kind hat eine Behinderung kann eine Familie sehr durcheinanderbringen. Familien mit Migrationsbiografien und Kindern mit einer Behinderung stehen vor besonderen Herausforderungen. Doppelte Belastungen und/oder doppelte Ressourcen? „Du siehst was, was ich nicht sehe“ bedeutet in diesem Kontext, die besonderen Stärken und Bewältigungskompetenzen von Familien unter der Perspektive von Migrations- und Kultursensibilität zu betrachten. Hilfreich sind systemische, lösungs- und ressourcenorientierte, traumapädagogische und kulturvergleichende Ansätze.

Freitag, 15.00 Uhr: Ludger Kühling: Biographieorientierte Teamentwicklung Konzept – Methode – Erfahrungen
Teamentwicklungskonzepte zielen darauf ab, Teams zu stärken und die Potentiale aller Teammitglieder zu aktivieren. Biographieorientierte Teamentwicklung zeigt Möglichkeiten auf, wie Mitarbeiter_innen sich ihre Biographien vorstellen können und das Wissen um das Leben der Kolleg_innen nutzen können, um zum Gelingen der Zusammenarbeit beizutragen. Wie dies konkret aussehen kann, wird an einem Beispiel einer stationären Wohngruppe und eines Unternehmens aufgezeigt.

Samstag, 9.00 Uhr: Franziska Dusch: Urbane Interaktivität – mit dem Stadtraum empowern
Wenn Straßen, Plätze oder leerstehende Ladenflächen kreativ genutzt werden, können sie zu Auseinandersetzung und Begegnung einladen! Die Entscheidung diese „neuen“ Räume in der Sozialen Arbeit bewusst zu nutzen kann zum Lernen anregen und für Interaktivität und Irritation sorgen. Und „ganz nebenbei“ werden durch Aktionen in (semi)öffentlichen Räumen Menschen empowert, die ansonsten schwierig zu erreichen wären. Zwischennutzungskonzepte, kreative Aktionen im öffentlichen Raum und spielerische Herangehensweisen städtische Orte zu erleben werden vorgestellt.